Kann man mit Olivenöl braten?

By Kevin

Kann man mit Olivenöl braten, oder wird es dabei gefährlich? Um kaum ein Speiseöl ranken sich so viele Missverständnisse. Die kurze Antwort: Ja, Olivenöl zum Braten ist bestens geeignet. Natives Olivenöl extra ist hitzestabiler als sein Ruf. Entscheidend ist nicht ob man Olivenöl erhitzen darf, sondern wann und wie. Wer die Fakten kennt, setzt kretisches Olivenöl gezielt und richtig ein und bekommt dabei deutlich mehr Geschmack als mit neutralen Pflanzenölen.

Kann man mit Olivenöl braten?

Ja, mit Olivenöl braten ist bei den meisten Zubereitungen in der Küche problemlos möglich. Der Rauchpunkt von Olivenöl liegt bei nativem Olivenöl extra, abhängig von Qualität und Säuregehalt, zwischen 160 und 210 Grad Celsius. Hochwertige Öle mit niedrigem Säuregehalt befinden sich im oberen Bereich. Die meisten Zubereitungen in der Küche liegen deutlich darunter.
Mit Olivenöl braten in der Pfanne

Was der Rauchpunkt wirklich bedeutet

Der Rauchpunkt von Olivenöl ist die Temperatur ab der ein Öl sichtbar zu rauchen beginnt und sich Abbauprodukte bilden. Er ist kein absoluter Grenzwert sondern ein Richtwert, der je nach Qualität, Säuregehalt und Polyphenolgehalt des Öls variiert. Laut Internationalem Olivenrat (IOC) hat natives Olivenöl extra mit niedrigem Säuregehalt einen der höchsten Rauchpunkte unter den nativen Ölen. Je niedriger der Säuregehalt, desto stabiler das Öl unter Hitze. Mehr zum Säuregehalt: Kretisches Olivenöl aus Koroneiki-Oliven.

Warum Olivenöl hitzestabiler ist als sein Ruf

Die Hitzestabilität von Olivenöl liegt in seiner chemischen Zusammensetzung. Es besteht zu etwa 70 bis 80 % aus einfach ungesättigter Ölsäure, einer Fettsäure die gegenüber Hitze deutlich stabiler ist als mehrfach ungesättigte Fettsäuren die in Sonnenblumen- oder Rapsöl dominieren. Hinzu kommen natürliche Polyphenole die antioxidativ wirken und das Öl vor Oxidation unter Hitze schützen. Raffinierte Pflanzenöle denen diese Schutzstoffe entzogen wurden, sind unter Hitze tatsächlich anfälliger. Mehr zu Polyphenolen: Was bedeutet kaltgepresst?

Ist erhitztes Olivenöl schädlich?

Eine verbreitete Sorge lautet, erhitztes Olivenöl sei ungesund oder sogar schädlich. Das ist ein Mythos. Solange natives Olivenöl extra unterhalb seines Rauchpunkts bleibt, entstehen keine bedenklichen Stoffe. Die einfach ungesättigte Ölsäure und die natürlichen Polyphenole machen es unter Hitze sogar stabiler als die meisten raffinierten Pflanzenöle. Erst wenn ein Öl weit über seinen Rauchpunkt erhitzt wird und sichtbar raucht, bilden sich unerwünschte Abbauprodukte, und das gilt für jedes Speiseöl. Wer mit Olivenöl bei normaler Küchentemperatur brät, muss sich keine Sorgen machen.

Welche Temperaturen in der Küche tatsächlich erreicht werden

Dünsten bei etwa 80 bis 100 Grad, sanftes Anbraten bei etwa 120 bis 150 Grad, Braten in der Pfanne meist unter 180 Grad. Erst beim sehr scharfen Anbraten oder Frittieren wird natives Olivenöl extra an seine Grenzen gebracht, und selbst dann ist es nicht gefährlich, sondern verliert lediglich an Aroma.

Was beim Erhitzen mit dem Aroma passiert

Ab etwa 140 Grad beginnen die feinen fruchtigen und pfeffrigen Noten von nativem Olivenöl extra zu verflüchtigen. Das Öl bleibt sicher und stabil, schmeckt aber neutraler. Das ist der eigentliche Grund warum hochwertiges kretisches Olivenöl besser roh oder bei niedriger Hitze eingesetzt wird, nicht wegen Sicherheitsbedenken, sondern um das Aroma zu erhalten. Natives Olivenöl extra zum Braten und Verfeinern

Welches Olivenöl eignet sich zum Braten?

Nicht jedes Olivenöl eignet sich gleich gut zum Braten. Am besten ist natives Olivenöl extra mit niedrigem Säuregehalt, denn je niedriger der Säuregehalt, desto höher der Rauchpunkt und desto stabiler das Öl. Ein Olivenöl extra vergine, kaltgepresst und mit hohem Polyphenolgehalt, ist die beste Wahl zum Braten. Raffinierte Öle erreichen zwar höhere Rauchpunkte, haben aber kaum Aroma und keine schützenden Inhaltsstoffe mehr. Ein gutes extra vergine kann beides: schonend braten und roh verfeinern.

Wann Olivenöl sinnvoll eingesetzt wird

Hochwertiges natives Olivenöl extra eignet sich für sanftes Anbraten von Gemüse, Fisch oder Geflügel, für Schmoren bei niedriger bis mittlerer Temperatur und für Backen bis etwa 180 Grad. Als Dressing, Marinadenbasis und Finishing ist es ohnehin unersetzbar. Mehr dazu: Marinaden mit Olivenöl. Wie man Olivenöl richtig aufbewahrt damit es diese Qualität behält: Olivenöl richtig lagern. Den Überblick über alle Grundzutaten: Kretische Küche: die 5 wichtigsten Zutaten.

Fazit

Natives Olivenöl extra ist hitzestabil genug für die meisten Zubereitungen im Alltag. Der Rauchpunkt von Olivenöl liegt bei hochwertigen Ölen bis zu 210 Grad, weit über dem was Dünsten, Anbraten oder Backen erfordert. Wer mit Olivenöl braten möchte, kann das bedenkenlos tun. Wer das Aroma voll auskosten möchte, setzt es bei niedriger Hitze oder roh ein. Kretisches Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt und hohem Polyphenolgehalt ist dabei die stabilste und aromatischste Wahl.

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