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Mediterrane Küche und Ernährung: wie Kreta beides bewahrt
By Kevin
Die mediterrane Küche gilt als eine der gesündesten der Welt, und Kreta ist einer ihrer Ursprünge. Sie ist keine Modeerscheinung, sondern das Ergebnis von Jahrtausenden Landwirtschaft, Handel und Alltagskultur auf einer Insel, die geografisch zwischen Europa, Asien und Afrika liegt. Olivenöl, Kräuter, Hülsenfrüchte, Fisch, Gemüse und wenig Fleisch: das sind die Grundpfeiler. Keine komplizierten Techniken, keine langen Zutatenlisten. Was die kretische Küche als ursprünglichste Form auszeichnet, ist die Qualität der Ausgangszutaten und die Konsequenz mit der sie eingesetzt werden.
Was macht die mediterrane Küche aus?
Die mediterrane Küche folgt wenigen Prinzipien, die sich über den gesamten Mittelmeerraum wiederfinden. Olivenöl ist die primäre Fettquelle, nicht Butter. Gemüse und Hülsenfrüchte stehen im Mittelpunkt, Fleisch ist Beilage statt Hauptdarsteller. Gewürzt wird mit frischen oder getrockneten Kräutern statt mit fertigen Mischungen. Und gekocht wird saisonal, also mit dem was gerade wächst. Die mediterrane Ernährung, auch mediterrane Diät genannt, wurde von der UNESCO 2010 als immaterielles Kulturerbe anerkannt, gemeinsam mit Griechenland, Italien, Spanien und Marokko. 2013 wurde die Anerkennung auf Kroatien, Zypern und Portugal ausgeweitet. Der Begriff meint dabei nicht nur eine Zutatenliste, sondern die gesamte Esskultur: gemeinsame Mahlzeiten, saisonale Zutaten, kurze Wege vom Erzeuger zum Teller. Das Besondere an Kreta: Die Insel hat diese Ernährungsweise nicht nur übernommen, sondern in ihrer reinsten Form bewahrt, über Generationen und weitgehend unverändert.
Die Geschichte der mediterranen Küche auf Kreta
Kreta hat eine der ältesten landwirtschaftlichen Traditionen des Mittelmeerraums. Die minoische Zivilisation, eine der ersten Hochkulturen Europas, baute bereits vor 4.000 Jahren Olivenöl, Wein und Kräuter an. Archäologische Funde in Knossos zeigen große Lageranlagen für Olivenöl und Getreide, ein Hinweis darauf, dass diese Produkte schon damals Handelsgüter von hohem Wert waren. Die arabische Herrschaft im 9. und 10. Jahrhundert brachte neue Zutaten auf die Insel: Zitrusfrüchte, Gewürze, Hülsenfrüchte. Die venezianische Zeit hinterließ Einflüsse in der Backkultur. Was blieb, durch alle Epochen hindurch, war Olivenöl als Basis.Olivenöl als Fundament
In der kretischen Küche ist Olivenöl kein Fett, sondern ein Lebensmittel. Es wird roh verwendet, über Salate, über gedämpftes Gemüse, über Hülsenfrüchte. Es wird als Marinadenbasis eingesetzt, als Finishing über gegrilltem Fisch oder Fleisch, als Konservierungsmittel für Kräuter und Käse. Beim Olivenölverbrauch pro Kopf zählt Griechenland laut Internationalem Olivenrat (IOC) seit Jahrzehnten zu den Spitzenreitern weltweit, die Werte schwanken allerdings von Erntejahr zu Erntejahr deutlich. Das kretische Olivenöl kommt überwiegend von der Koroneiki-Olive, einer kleinen, anspruchsvollen Sorte mit hohem Polyphenolgehalt und niedrigem Säuregehalt. Es wird kaltgepresst, am Tag der Ernte, in kleinen Mühlen. Mehr dazu: Kretisches Olivenöl aus Koroneiki-Oliven.Kräuter als Würze und Aroma
Oregano und Thymian sind in der kretischen Küche keine Spezialgewürze. Sie wachsen wild auf den Hügeln der Insel, werden von Hand geerntet und traditionell getrocknet. Kretischer Oregano gehört zur besonders carvacrolreichen griechischen Unterart, die deutlich intensiver ist als handelsübliche Supermarktware. Das macht ihn hitzestabiler und aromatisch langlebiger. Kräuter werden in der kretischen Küche nie als Dekoration eingesetzt. Sie haben eine klare Funktion: Oregano prägt Marinaden und Salate, Thymian trägt Schmorgerichte und Fischgerichte. Die Kombination mit Olivenöl ist dabei entscheidend, denn Fett löst die ätherischen Öle der Kräuter heraus und macht sie für den Gaumen zugänglich. Mehr dazu: Kretische Kräuter und Gewürze.Meersalz, Hülsenfrüchte und Gemüse
Handgeschöpftes Meersalz von der Südküste Kretas ist kein Kochsalz, sondern ein Finishing-Produkt. Unregelmäßige Kristalle, natürliche Mineralien, mildes Aroma. Es kommt erst am Ende auf das Gericht, über gegrilltem Fisch, über Tomatensalat, über frisch gebackenem Brot mit Olivenöl. Hülsenfrüchte wie weiße Bohnen, Kichererbsen und Linsen sind seit Jahrtausenden Grundnahrungsmittel auf Kreta. In Kombination mit Olivenöl, Oregano und Zitrone entstehen daraus Gerichte die sättigen ohne zu belasten. Mehr zum Meersalz: Meersalz aus Kreta.
